Obermeister der Landmaschinenmechaniker zu Gast

Meisterklasse mit Potenzial

 

Kurz vor ihren Prüfungen stattete Matthias Bräuer, Obermeister der Landmaschinenmechaniker-Innung Dresden und Chemnitz (3.v.l.), den Meisterschülern im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Großenhain für eine Dialogrunde einen Besuch ab. Angeregt und offen diskutierten sie auf Einladung der Handwerkskammer Dresden im Juni 2016 über vielfältige Themen in ihrem Gewerk. Dabei ging es um Tradition und Ehrenamt sowie um neue Entwicklungen in ihrem modernen Handwerk.

„Es macht einen doch einfach nur glücklich, ein kaputtes Teil wieder zu reparieren und nicht nur Bauteile einfach am PC auszutauschen“, sagte Matthias Bräuer überzeugt. Und schon waren der Obermeister der Landmaschinenmechaniker-Innung Dresden und Chemnitz sowie die zwölf Meisterschüler im Landmaschinenmechaniker-Handwerk im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Großenhain mitten im Gespräch.

Meisterschüler Immanuel Klatt aus Klipphausen diskutierte mit dem Obermeister intensiv über die Konkurrenz zwischen kleinen und großen Betrieben. Das Thema Service und Vertrieb bewegte alle Gemüter. Erik Kretzschmar aus Schkeuditz sprach das Fachkräfteproblem der Betriebe an und wie man mehr Schüler für ihren Beruf begeistern könne. Christian Henneick aus Gardelegen interessierten vor allem die Themen Qualität, Berufserfahrung im Ausland und die Entwicklung der Löhne im Vergleich zur Industrie. Allen Meisterschülern gab Obermeister Bräuer einen kleinen Einblick in das Innungsleben.

„Unsere Innung hat zwar nur zwölf Mitglieder, aber der kurze Draht und regelmäßige Austausch unter Kollegen ist uns wichtig. Nur ohne Konkurrenzdenken können wir unsere Interessen gemeinsam vertreten und unser Handwerk wieder bekannter machen“, so der Obermeister, der jedes neue Mitglied gern willkommen heißt.

Seit 15 Jahren ist der Maschinenbau-Ingenieur selbstständig und führt das Familienunternehmen Bräuer Motortechnik bei Wilsdruff in vierter Generation fort. Ihm geht es wie vielen Handwerkerkollegen – seine zwei Töchter werden das gut laufende Geschäft später einmal nicht übernehmen. Umso mehr freute es den 58-Jährigen zu hören, dass einige Meisterschüler wie David Hommel aus Großenhain, Lars Dürichen aus Priestewitz oder Paul-Johannes Herrmann aus Niederau oder Marcel Packheiser aus Annaburg in die Fußstapfen ihres Chefs oder Vaters treten wollen. „Wenn sich wieder mehr Nachwuchshandwerker selbstständig machen, ist vielleicht auch jemand dabei, der sich auch ehrenamtlich in der Landmaschinenmechaniker-Innung engagieren möchte“, so der Obermeister, der seit zehn Jahren das Amt inne hat.

 

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Matthias Bräuer (l.), Obermeister der Landmaschinenmechaniker-Innung Dresden und Chemnitz, im Gespräch mit den Meisterschülern seines Gewerks im Berufsbildungs- und Technologiezentrum Großenhain der Handwerkskammer Dresden.

Text und Foto: Julia Stegmann-Schaaf, Handwerkskammer Dresden